Freitag, 15. Februar 2013

Bijagua - Liberia


Heute wurden wir vom wolkenlosen Himmel und strahlendem Sonnenschein geweckt. So haben wir vor unserer Abfahrt aus Bijagua doch noch einen Blick auf die zahlreichen Vulkane werfen können, die sich vor und hinter uns befanden. Der Nachteil an dem guten Wetter war allerdings, dass es schon morgens beim Frühstück um 7 Uhr tierisch heiß war und das im Laufe des Tages auch noch schlimmer wurde.
Heute war unser Tagesziel kurz hinter der Stadt Liberia, was nur eine Strecke von ca. 100 km war. Ein Großteil dieser Strecke führte über den Panamerican Highway und damit eine der wenigen wirklich gut befahrbaren Straßen, die es in Costa Rica gibt (unsere eigenen Erfahrungen können diese Angabe aus dem Reiseführer bestätigen!).
Allerdings sollte man sich unter Highway trotzdem nicht zu viel vorstellen, es war lediglich mal eine vernünftig asphaltierte Straße, die eine Spur in jede Richtung hatte.

Unterwegs haben wir an dem Llanos de Cortes Wasserfall angehalten. Während wir den Regenwald heute Morgen mit unserer Abfahrt aus Bijagua hinter uns gelassen haben und nun durch trockene, heiße Savannenlandschaft fuhren, war der Wasserfall eine ganz nette Abwechslung.
Laut dem National Geographic hat es sich bei dem Wasserfall um den Insidertipp schlecht hin gehandelt und auch laut Lonely Planet sollte man den Wasserfall unter der Woche für sich alleine haben können. Aber ganz so verlassen wie beschrieben war er dann doch nicht. Scheinbar haben auch andere Leute sich entsprechende Reiseführer zugelegt :-) Trotzdem war der Wasserfall super schön und sehr erfrischend.
Nach einer kurzen Weiterfahrt haben wir dann Liberia erreicht. Für Costa Ricanische Verhältnisse wohl eine sehr große Stadt (ca. 45 000 Einwohner) und hat neben der Hauptstadt San Jose den zweiten internationalen Flughafen des Landes.

Wir haben die Stadt jedoch relativ schnell passiert und sind die 20 km zu unserem eigentlich Zielort weiter gefahren. Unsere Unterkunft liegt kurz vor dem Eingang zum Rincon de la Vieja Nationalpark und ist wieder alles andere als 0815. Es ist zwar alles sehr schlicht gehalten und liegt weit weg von jeglicher Zivilisation, aber trotzdem sehr gemütlich. Hängematten und Schaukelstühle sind auf der Veranda vorhanden und damit kann man es sich schon gut gehen lassen.
de Familich
Wir wurden sehr nett empfangen und uns wurde der Weg zum Nationalpark und den umliegenden Attraktionen erklärt. Unter anderem wurde uns empfohlen den Nachmittag an einem nahe liegenden Wasserfall zu verbringen, da der Nationalpark eh um 15 Uhr die Pforten schließen würde. Das klang nach einer guten Idee für uns und so haben wir uns wieder ins Auto gesetzt und sind weiter gefahren. Laut unserer Info sollte der Weg nicht sooo weit sein. Als wir schließlich vor dem Eingang zum Nationalpark standen, haben wir bemerkt, dass wir den richtigen Abzweig wohl verpasst haben. Also sind wir den Weg über die Schotterpiste wieder zurück „gedüst“ und tatsächlich haben wir dann einen Hinweis auf den Wasserfall am Wegesrand entdeckt. Allerdings saß da niemand, der wie angekündigt Eintrittsgeld haben wollte und das Tor war geschlossen und wir haben sogar das spanische Schild verstanden, laut dem der Durchgang verboten war. Was uns aber nicht daran gehindert hat das Auto abzustellen und wir uns in der Hoffnung auf ein erfrischendes Bad auf Richtung Wasserfall zu machen. Allerdings war der Weg ein wenig komisch und führte querfeldein durch eine riesen Kuhherde, sodass wir Zweifel bekommen haben auf dem richtigen Weg zu sein. Trotzdem sind wir weiter marschiert, bis wir uns beide einig waren, dass wir wohl nicht auf dem richtigen Weg waren. Also sind wir zurückgelaufen. Unter normalen Umständen eigentlich ja alles kein Problem, aber das ganze in der glühenden Mittagshitze ( 34 Grad C ) zu machen war schon ein wenig verrückt.

So haben wir uns dann aufgemacht zurück zum Hotel und ich habe in der Hängematte im Schatten Siesta gehalten und Uli hat sich im Pool die ersehnte Erfrischung gegönnt.

Am späten Nachmittag, als die Temperaturen zumindest ein wenig erträglicher wurden, haben wir uns nochmal auf den Weg nach Liberia gemacht. Die Stadt ist zwar netter als San Jose, aber trotzdem auch merkwürdig. Architektonisch passt nichts zusammen und es ist einfach alles kunterbunt zusammengewürfelt.

Unser Highlight hat die Kreuzung der Stadt dargestellt. In unserer Wegbeschreibung von der Travel Agency stand etwas von „an der Kreuzung geradeaus fahren“. Und ich hatte mich da schon gewundert – nur eine Kreuzung in der Stadt? Aber als man die Kreuzung gesehen hat, wusste man, dass man an der richtigen Kreuzung angekommen ist. Als erstes ist uns aufgefallen, dass irgendwie sämtliche Markierungen fehlten und man sich irgendwo und irgendwie eingeordnet hat. Es sah so aus, als ob 2 Spuren geradeaus weiter liefen und je 1 nach links und nach rechts. Als zweites ist uns aufgefallen, dass die Ampel nicht funktionierte. Und mitten auf dieser riesen großen und sehr stark befahrenen Straße  stand eine Polizistin, die den Verkehr regelte. Das war echt einfach Wahnsinn, aber es hat erstaunlicher Weise alles funktioniert.
Diese Kreuzung war übrigens immer noch auf dem Panamerican Highway, also der wichtigsten Verkehrsverbindung des Landes. Vergleichsweise könnte man eine Polizistin in BAB Kreuz Leverkusen stellen, die den Verkehr regelt.  


Zurück in unserer Unterkunft haben wir uns auf die Terrasse gesetzt, die gleichzeitig der „Speisesaal“ der Herberge darstellt. Hier war es erträglich, denn in unserem Zimmer hatten wir Backofentemperaturen. Mir graut schon vor der Nacht.  Ein Frosch, wie den von gestern Abend, nur noch größer,  hatten wir ebenfalls zu Besuch. Die Viecher sind ekelhaft…

Donnerstag, 14. Februar 2013

Bijagua

Heute haben wir uns nach dem Frühstück aufgemacht zu dem Fluss „Rio Celeste“ im Parque Nacional Volcan Tenorio. Die Fahrt dorthin war schon relativ abenteuerlich, denn der Weg führte fast komplett nur über einen Feldweg, wenn man die holprige Straße als solchen bezeichnen möchte. Für die 12 km lange Strecke haben wir geschlagene 45 min gebraucht und wurden ziemlich durchgeschüttelt, da der Weg aus Steinen und Löchern bestand. Angenehm ist wohl was anderes. Aber die Fahrt hat sich dennoch gelohnt.

Aber nicht nur die Autofahrt zu dem Nationalpark hin war einigermaßen beschwerlich, sondern auch die anschließende Wanderung. Nachdem es erst relativ gemächlich durch den Regenwald ging, führte der Weg später über Steine und Matsch ziemlich bergauf und bergab. 

Auch heute hat der Regenwald seinem Namen alle Ehre gemacht, denn irgendwann fing es ziemlich an zu regnen. Da es nichtsdestotrotz aber sehr warm, um nicht zu sagen heiß und schwül war, war der Regen eher erfrischend als dramatisch. Aber der Blick auf den Rio Celeste und die anstrengende Wanderung hat sich gelohnt! Denn der Fluss hat türkisfarbenes Wasser – einfach total cool. Es sieht zwar irgendwie gekünstelt aus, ist aber ganz natürlich. Einer Legende nach kommt die Farbe daher, dass Gott, nachdem er den Himmel blau angemalt hatte, seine Pinsel im Rio Celeste auswusch. Wissenschaftlich erklären lässt sich die Farbe durch enthaltene Schwefel- und Kalziummineralien. Durch die Schwefelmineralien sah die Farbe zwar auch phantastisch aus, aber dafür roch es leider nicht so ganz angenehm…

Eine Etappe des Weges führte zu einem Wasserfall, der in ein azurfarbenes Bassin floss. Leider musste man hierzu 256 Stufen bergab und natürlich auch wieder hinauf klettern, was ausgesprochen anstrengend war.
 
Nach der 6 Kilometer langen Wanderung, für die wir doch ein wenig über 3 Stunden gebraucht haben, ließen wir uns in einem Lokal mitten in der Abgeschiedenheit, welches uns von unseren Herbergseltern empfohlen wurde, wieder ein „Casado“ schmecken.

Den Nachmittag haben wir am Pool verbracht. Nach einer Woche anstrengenden Urlaubs haben wir uns mal ein paar faule Entspannungsstunden gegönnt.




Am Abend hatten wir Besuch von einer großen, fetten, ausgesprochen ekligen Kröte. Die sind hier nur Nachtaktiv. Das Foto täuscht, da das Tier mit einer Halogenlampe angeleuchtet wurde und ein Blitz benutzt wurde. Es war draußen schon stockfinster. Die Kröte hatte die Größe eines Zwergkaninchens.

Mittwoch, 13. Februar 2013

La Fortuna - Bijagua


Heute stand die Weiterfahrt nach Bijagua an, der nächsten Etappe unsere Reise. Die Fahrt dorthin dauerte gut zweieinhalb Stunden. Der Weg führte zunächst am größten Binnensee des Landes vorbei auf der wohl landschaftlich schönsten Straße Costa Ricas. Und in der Tat war es sehr schön. Das Land ist so unendlich grün, sonnig und warm. Man kann nicht wirklich schnell fahren, da es sehr kurvig und eng ist. Mehr als 60 KM/h sind nicht drin und auch nicht erlaubt. Am Straßenrand haben wir ein Tier entdeckt, welches wir nicht kennen, aber sicher zu den Nasenbären gehört, die hier vielfältig leben.
Wir haben angehalten und ausgiebig fotografiert. Das Tier war sehr neugierig und putzig. Das letzte Stück der Strecke ging über eine 13 KM  lange Straße, die in unserer Karte nicht vermerkt war. Eigentlich war es auch keine Straße, sondern eher ein Schotterweg mit großen und größten Löchern und Querrillen. So mussten wir erstmals tatsächlich den 4 WD einschalten, da wir sonst nicht weitergekommen wären. Die Sorge um das Auto war groß. Aber ist auch egal, ist ja ein Mietwagen.

 
Unsere neue Unterkunft ist wieder ein kleiner Bungalow auf einem Parkähnlichen Areal mit herrlichen Pflanzen, Palmen und Pool. Die Inhaber, ein belgisches Ehepaar, Dominique und Daniel,  haben die fünf Bungalows sehr liebevoll eingerichtet. Man fühlt sich gleich wohl dort. Dominique gab uns einige Tipps, was wir unternehmen können und wo wir etwas essen können.

Den Tipps folgend haben wir am Mittag einen Spaziergang gemacht, der uns durch den Urwald führte. Die Attraktion waren vier Hängebrücken durch den Wald, die zwischen 60 und 105 m lang und teilweise 37 m Tiefe überbrückten. Sehr abenteuerlich!  Auch haben wir wieder ein Tier entdeckt, welches wie ein Hase aussah mit ähnlichen Hinterläufen, aber kurzen Ohren und langer Schnauze. Wer weiß, was das war!

Auf der Rückfahrt zur Unterkunft, die wieder über eine sehr unwegsame Straße führte, haben wir eine Korallenotter am Straßenrand entdeckt. Diese Schlange ist super giftig und kann einen Menschen binnen 24 Stunden töten.  Später haben wir eine Privatfarm besucht, die uns zahlreiches aus Fauna und Flora des Landes näher brachte. Der Chef, Juan, ein älterer Parkinson geschädigter, aber netter Kerl, der relativ gut Englisch mit Akzent sprach, zeigte uns allerlei. Vor allem präsentierte er uns sein Hobby, die Schmetterlingzucht. So große Schmetterlinge haben wir noch nicht gesehen – Handteller groß. Auch konnten wir uns einen winzigen roten Frosch mit schwarzen Beinen ansehen, der absolut giftig ist, sowie einen giftgrünen mit roten Glupschaugen, der ungiftig ist. Interessant war auch der Käfer, Handtellergroß, der nach der Kopulation mit dem Weibchen sofort stirbt – arme Sau! Einmal poppen und sterben. Juan erzählte viele Dinge über die Pflanzen, man kann gar nicht alles behalten. Am Ende bekamen wir frische Ananas zu essen und mussten uns in sein Gästebuch eintragen. Er fragte nicht nach Geld, aber der zweistündige Rundgang durch seinen Garten war uns 20 US$ wert.




Zum Abschluss des Tages haben wir auf Empfehlung von Dominique ein Fischrestaurant unweit der Lodge aufgesucht. Dort gab es Tilapia, einen afrikanischen Fisch. Wir mussten in das Haus, man sitzt immer im Freien, zu einem Fischbecken und unseren Fisch aussuchen, der munter im Wasser schwamm. Mit einem Kescher wurden unsere Fische heraus geangelt und was dann geschah wissen wir nicht. Schlussendlich wurde uns der komplette Fisch frittiert serviert. Super lecker war es. So frischen Fisch haben wir noch nicht gegessen. Zum Ende des Tages gab es ein Pilsen (Costa Ricanisches Bier) auf der Terrasse unseres Hauses.

Dienstag, 12. Februar 2013

La Fortuna

Der Tag begann freundlich. Die Sonne schien und der Himmel war wolkenlos. Das Frühstück wurde auf einer Terrasse mit lauter Vögeln um uns herum serviert. Wir hatten uns für das einheimische Frühstück mit dem Nationalgericht schwarze Bohne mit Reis, Rührei und Tortillas entschieden. Zuvor gab es, wie immer hier, frische Früchte. Silke meinte schon, dass ich hier mehr Obst gegessen hätte, als insgesamt in der ganzen Zeit, in der wir uns kennen. 

Nach dem Frühstück sind wir zu einem Wasserfall gefahren, für wir US $ 10 p.P. Eintritt zahlen mussten. Der Weg dorthin war schon sehr beschwerlich, da es sehr steil über Stufen bergab ging. Das war sehr anstrengend um 8.30 Uhr morgens bei tropischen Temperaturen. Unten angekommen zeigte sich der 70 m hohe Wasserfall von seiner ganzen Schönheit. Etwas abseits des Eintauchbeckens konnte man baden, was wir allerdings nicht gemacht haben, da das Wasser sehr kalt war. So sind wir den Weg zurück zu gegangen und kamen mit hängender Zunge und nass geschwitzt wieder am Kassenhaus an. Unser Weg führte dann zu einem natürlichen „See“ im Rio Fortuna. Laut Reiseführer soll es dort sehr schön sein. Wir sind auch dort nicht geschwommen, da es wider Erwarten nicht sooo einladend aussah. Schlussendlich sind wir wieder in die Stadt gefahren und haben einen ATM gesucht, der mir auch wirklich Colones geben wollte und keine Gebühren verlangte. Der große Durst trieb uns dann erneut in die Soda von gestern Abend, wo wir wieder die leckeren Shakes getrunken haben. Im Supermarkt holten wir uns noch so etwas wie einen Zopf zum Mittagessen.

Direkt an unserem Haus entlang führte ein Dschungel Trail, der uns von der Rezeption empfohlen wurde. Diesen Weg sind dann gegangen. Man hat dort so etwas wie eine Vogelvoliere aufgebaut, in der viele bunte Schmetterlinge bewundert werden konnten. Auch wurden diverse Bäume mit Infotafeln versehen, so dass wir auch wussten, um welche Bäume es sich handelte. Kakaobäume, Kaffeebäume und viele lokale Bäume waren zu sehen. Auch hat man die Fauna bedacht und einige Terrarien aufgebaut, in denen man heimische Echsen, Frösche und Schlangen bewundern konnte.
Nach dem kleinen Marsch setzen wir uns mit unserem Zopf  vor unser Haus auf die Bank mit Blick ins Grüne. Direkt vor uns vergnügten sich zwei Eichhörnchen im Baum. Sehr idyllisch.

So gestärkt haben wir nochmals einen Rundgang durch La Fortuna gemacht, einer kleinen Stadt, die voll vom Tourismus lebt. An jeder Ecke werden den ahnungslosen Touristen irgendwelche Ausflüge angedreht werden zu deutlich überhöhten Preisen. Da alles in US-Dollar abgewickelt wird, ist es nochmals teurer.


Am späten Nachmittag haben wir uns zu den Eco Termales, einem Heißwasser Thermalbad, begeben. Dort befanden sich fünf Heißwasserbecken und eines zum Abkühlen. Das ganze war unter freiem Himmel und sehr nett aufgezogen. Das Wasser wird vom nahen Vulkan Arenal erhitzt und hat etwa 45 Grad im ersten Becken und wird von Becken zu Becken etwas kühler. Es war sehr entspannend im heißen Wasser zu liegen und eine Piña Colada zu schlürfen. Wir hatten Karten für einen 4 Stunden Aufenthalt, doch nach zwei Stunden war es auch genug, da es voll dort wurde. Gegen 19.00 Uhr haben wir uns im Supermarkt noch etwas zu essen gekauft und sind zurück in unser Dschungelhaus.

Montag, 11. Februar 2013

Tortuguero - La Fortuna


Heute ging es nach dem uns bereits bekannten Costa Ricanischen Frühstück zurück aus dem Regenwald in Richtung „Zivilisation“. Obwohl hier eigentlich alles perfekt organisiert ist, waren die Boote heute Morgen scheinbar nicht pünktlich um uns abzuholen. So sind wir dann erstmal ohne unser Gepäck losgefahren. Da unser Boot dann voll beladen langsamer war, hat uns das relativ leere Gepäckboot dann doch ziemlich schnell eingeholt. Die Fahrt durch die Kanäle war heute ein wenig ereignisreicher als auf dem Hinweg. Denn auch in den Kanälen machen sich die Gezeiten bemerkbar und heute Morgen war gerade Ebbe und das Wasser stand entsprechend niedrig. Vor uns sind 2 Boote auf Sand aufgelaufen, die dann von den Tourguides mit Muskelkraft wieder freigeschoben werden mussten, was kein Problem war, denn das Wasser war vielleicht 30 cm tief. Das ist uns zum Glück nicht passiert; wir mussten uns nur zwischendurch mal alle nach vorne setzen um das Gewicht besser zu verteilen. Nachdem wir diese untiefe Stelle passiert hatten, hat uns auch unser Gepäckboot wieder eingeholt, sodass wir dann noch unterwegs die Boote gewechselt haben. Es muss ja schließlich auch alles seine Ordnung haben…

Nach der fast 2 stündigen Fahrt haben wir dann von dem Boot zurück in den Reisebus gewechselt, der uns die bereits bekannte Route zurück durch die Bananenplantagen gefahren hat. An dem Restaurant, an dem wir auf dem Hinweg bereits das Frühstück bekommen haben, hat uns nun das Mittagessen erwartet. Hier wurde uns dann auch unser Mietwagen übergeben: ein Suzuki Jimny. Kleiner dürfte wohl nur noch ein Smart sein. Und ein Auto mit weniger Ausstattung gibt es wohl gar nicht. Der Jimny hat vier Reifen und ein Lenkrad und da hört es dann auch schon fast auf. Ach ja, eine Klimaanlage und 4 WD hat er auch und es fährt und mehr wollen wir ja gar nicht… nicht wirklich zumindest.

So haben wir dann unsere erste Strecke alleine in Costa Rica zurückgelegt. Für die 150km Fahrtstrecke haben wir 3 Stunden gebraucht – ohne Pause wohlgemerkt. Aber gut, das wurde uns ja auch vorher schon so mitgeteilt. Hier werden Entfernungen in Stunden gemessen und nicht in Kilometern oder Meilen.
So sind wir dann am späten Nachmittag an unserem Ziel angekommen: La Fortuna, ein kleines Touristen Örtchen am Fuße des Vulkans Arenal. Dieser ist wohl auch noch aktiv und speit dann und wann ein paar Funken. Allerdings kann man das nur sehen, wenn der Vulkan mal nicht wolkenverhangen ist. Und das war heute leider nicht der Fall. Aber wir haben ja auch noch morgen und übermorgen Zeit das zu erleben und die Hoffnung stirbt bekanntermaßen ja zuletzt. Obwohl laut unserer Reiseführer die Wahrscheinlich einen wolkenfreien Arenal zu sehen ziemlich gering sein dürfte.

Unsere Unterkunft ist ein kleines Holzhäuschen abseits der Straße. Der Weg dorthin ist sehr steinig und genau dafür brauchen wir unser Auto. Das Haus sieht total nett aus, auch von innen sehr nett, einfach aber sauber.

Unser Abendessen haben wir heute in einem „Soda“ eingenommen. Das ist eine Art Schnellimbiss in Costa Rica, mit landestypischen Essen und super günstig. So haben wir heute für eine gigantisch große und leckere Portion „Casado“ (schwarze Bohnen, Reis, Kartoffelbrei, Backbananen, rote Beete und Salat) und 4 riesengroße frische Säfte/Shakes umgerechnet 13 EUR gezahlt. Echt cool.

Abends haben wir dann noch auf der  vor dem Haus stehenden Bank gesessen und bei einem kühlen Getränk den Sternenhimmel genossen, der wie in Australien auch bombastisch war (die Spitze des Vulkans war trotzdem leider nicht zu sehen).




Sonntag, 10. Februar 2013

Tortuguero




Auch heute sind wir in aller herrgottsfrühe aufgestanden. Das Treffen war schon um 5.45h um dann zusammen die Kanäle in der Umgebung zu erkunden und die Gunst der frühen Stunde zu nutzen, um zahlreiche Dschungeltiere zu sehen. Leider haben sich die nur auf zahlreiche Vogelarten und ein paar Leguane beschränkt – Affen, auf die ich gehofft hatte, gab es leider keine zu sehen. Dafür haben wir im seichten Wasser 2 Kaimane (wie Krokodile in Miniatur) gesehen. Die sind unter anderem anderen ein Grund dafür, warum man in den Gewässern hier nicht schwimmen sollte, denn obwohl sie so viel kleiner sind, sind sie (fast) genauso gefährlich wie die richtigen großen Krokodile.
Nach der morgendlichen Tour, die fast 2 Stunden gedauert hat, haben wir wieder ein leckeres Frühstück zu uns genommen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Uli freiwillig warmes Essen zum Frühstücken isst! Von seinen sonst heiß geliebten Marmeladen- und Nutella Broten ist hier nichts zu sehen. Und sogar Zimtschnecken hat er gerade verputzt. Wer ihn kennt, weiß, dass das etwas sehr besonderes ist.
Letzte Nacht habe ich gemerkt, dass der Name „Regenwald“ diese Bezeichnung völlig zu Recht trägt. Schon gestern Nachmittag gab es ja einen kleinen Schauer, der aber ganz schnell wieder vorbei war. Aber letzte Nacht kam ein Regen runter, der war ohne Worte. Ohne Fenster in unseren Bungalows und mit dem laut prasselnden Regen auf das Metalldach, wusste man definitiv, dass man im Regenwald angekommen ist. Wie uns schon mehrere Guides gesagt haben, ist der „Rain included in the package without any extra charge“. Haben wir da nicht Glück gehabt?
Ansonsten ist hier zwar wunderschön, aber leider auch unendlich schwül.

Heute Vormittag haben wir nach einer kurzen Tour mit einem Boot eine kleine Dschungeltour unternommen. Weit sind wir zwar nicht gelaufen, aber trotzdem waren wir 2 Stunden unterwegs, da es unterwegs so viel zu sehen gab. Direkt bei der Ankunft haben uns Affen „erwartet“. Das war vielleicht cool die nun auch in freier Wildbahn zu sehen. Bisher kannte ich sowas ja nur aus dem Zoo (oder von Zuhause ;-) ). Bemerkt hat man die Affen dadurch, dass die einen Bärenlärm von sich geben. Wie ein Gemisch aus Brüllen und Bellen hat sich das angehört. Außerdem haben immer die Baumkronen ziemlich gewackelt, wenn sich die Affen von Baum zu Baum geschwungen haben.
Ansonsten haben wir wieder jede Mange Vögel gesehen, deren Namen ich mir aber nicht merken kann, aber die ich auch eh nicht auseinander halten kann. Nett war es trotzdem.
Und wir haben auch 2 Schlangen gesehen. Klein und unscheinbar saßen die Vipern nur wenige Meter auseinander. Wie der Tourguide meinte ist es sowieso schon was Besonderes eine Schlange zu sehen, aber 2 zu entdecken sei wie ein Lottogewinn. Mir wäre der Lottogewinn zwar lieber gewesen, aber ich will mich ja nicht beschweren. Auf jeden Fall waren die Schlangen winzig und nur so dick wie einer meiner Finger, würde ich schätzen. Aber dafür wohl hochgiftig. Sollte man gebissen werden, müsste man wohl sofort ins Krankenhaus nach San Jose geflogen werden. Zum Glück wurden wir aber alle verschont.

Nachdem wir zurück in unserer Anlage waren, habe ich erstmal geduscht. Das dadurch erreichte Wohlbefinden hat aber leider nur so lange angedauert wie die Dusche war. Denn hier herrscht einfach eine furchtbare Luftfeuchtigkeit, aber das ist inzwischen wohl bekannt. Anschließend sind wir noch zu zweit losgestiefelt und haben den „Jungle Trail“ erkundet, der direkt hier am Gelänge anfängt. Auf einer schmalen, aber dafür sehr langen Hängebrücke sind wir hier noch ein Stück durch den Regenwald getapert, wo wir noch 2 kleinere Schildkröten und eine kleine Echse entdeckt haben. Tiere gibt es hier wirklich jede Menge. Wenn man sich hier so umschaut, kann man aber auch gut nachvollziehen, warum man hier nur per Boot oder Flugzeug hinkommt. Es ist schlichtweg zu sumpfig und zu dicht bewachsen um hier von irgendwoher  Straßen zu bauen. Aber das ist ja auch gar nicht notwendig, so bleibt das hier mit Sicherheit um einiges schöner.

fuule Labbes (völlig verausgabter Superheld)
Nach einem leckeren Mittagessen haben wir heute Nachmittag eine Kanutour unternommen. Im Grunde sind wir wie heute Morgen auch durch die Kanäle gefahren und haben eine Menge über die Pflanzen erzählt bekommen und auch wieder einige Tiere entdeckt. Zu den vielen Vögeln kamen Wasserschildkröten und Kaimane, die im Wasser lagen. „Two eyes are watching you“ sagte der Guide und wir mussten sehen was er meinte. Tatsächlich keine anderthalb Meter von uns entfernt lag ein Kaiman im Schilf und schaute uns an. Die meisten anderen Tiere kannten wir inzwischen schon von unseren vorherigen Ausflügen. Die Kanutour war sehr nett, aber auch ziemlich anstrengend. Wir waren zu viert bei uns im Boot (ohne den Guide), von denen immer drei paddeln mussten. So ungeübt werden 3 Stunden Paddeln dann doch ziemlich lang, auch wenn wir unterwegs natürlich öfters Pause gemacht haben um die Tiere anschauen zu können. Geregnet hat es währenddessen zum Glück nicht, was hier im Regenwald nicht selbstverständlich ist.

Samstag, 9. Februar 2013

San Jose -Tortuguero


Um 5.00 Uhr ging der Wecker, doch wir waren schon vorher wach, um 6.00 Uhr wurden wir abgeholt. Nachdem wir einige andere Mitreisende aufgesammelt hatten, machten wir uns um 7.30 Uhr endlich auf den Weg zum Tortuguero National Park. Die Fahrt dauerte 4 Stunden, vorbei an endlos langen Bananen- , Ananas, und Palmenplantagen. Jedoch sind die Straßen hier nicht sonderlich gut ausgebaut und man darf (und kann auch nicht) allzu schnell fahren. So haben wir in den rund 4 Stunden gute  100 km zurückgelegt, wobei wir zwischendurch auch eine Frühstückspause eingelegt haben. Es gab wieder die schwarzen Bohnen mit Ei und Backbananen. Natürlich konnten man auch Obst und Brot mit Marmelade essen. Unser Guide Alexis, eine echter Costa Ricaner, erzählte uns eine Menge über Land und Leute. Costa Rica ist der weltgrößte Bananenexporteur und einer der größten Ananasexporteure. Nach der langdauernden Busfahrt mussten auf ein Boot umsteigen. Diese hat uns dann in anderthalb Stunden zu unserem Ziel gebracht.


Die Evergreen Lodge liegt mitten im Regenwald, direkt am Wasser des Tortuguero Rivers. Die Hütten sind einfach eingerichtet, ohne Fenster, aber mit Fliegengittern. Das Klima hier ist tropisch heiß mit 30 Grad und einer ungeheuren Luftfeuchtigkeit. Es war schon sehr schweißtreibend. Nach einem Mittagessen ging es per Boot, was auch sonst, in die Ortschaft Tortuguero, etwa 5 Bootminuten entfernt. Bevor wir losfuhren, brach ein kurzer, aber heftiger Tropenregen über uns hinweg. Die Sonne schien dabei ungehindert weiter. Sehr kurios.

Der Ort Tortuguero mit seinen 500 Einwohnern liegt am karibischen Meer  mit schwarzen Sand und den Brutstätten von vier Arten von Meeresschildkröten. Der Strand ist wohl der wichtigste Brutplatz weltweit für Schildkröten und daher sehr geschützt. Fast alles ist hier Nationalpark, das Gelände gehört der Regierung und ist unverkäuflich, damit sich keine Hotelhochburgen hier am Strand und in der Gegend breitmachen können. Schildkröten waren zurzeit nicht am Strand, da die später im Jahr ihre Eiablage haben, aber das Meer sah schon toll aus und war lauwarm.

Nach Rückkehr zu unserer Lodge konnten wir Bananenbrot, Tortillas und Kokosfleisch auf Blättern essen. Mal was anderes zu dem Essen, was wir bisher kannten, aber sehr lecker. Zum Abschluss des Tages haben wir uns im Pool erfrischt und entspannt und nach dem leckeren Abendbrot den Geräuschen des Regenwaldes gelauscht.